Kein Zug im Harz ab 1. Oktober? - Abellio stellt Betrieb ein

vor 2 Monate 11231



Kunden des privaten Bahnbetreibers Abellio in Sachsen-Anhalt bleiben möglicherweise ab dem 1. Oktober auf der Strecke. Die niederländische Staatsbahn will ihre insolvente Regionaltochter nur noch bis Ende September finanziell unterstützen. Deshalb drohe zum 1. Oktober die sofortige Betriebseinstellung auf allen Abellio-Linien.


Keine Einigung zwischen Bahnunternehmen und Land

Das geht aus einem Papier des Verkehrsministeriums hervor, das MDR SACHSEN-ANHALT vorliegt. Demnach wollen die Niederländer nur dann weiter Geld geben, wenn mit dem Land eine Einigung über den Weiterbetrieb erzielt wird. Das sei bisher aber nicht der Fall. Das Verkehrsministerium spricht von einer – so wörtlich – ernsten Lage.

Kunden des privaten Bahnbetreibers Abellio in Sachsen-Anhalt bleiben möglicherweise ab dem 1. Oktober auf der Strecke. Die niederländische Staatsbahn will ihre insolvente Regionaltochter nur noch bis Ende September finanziell unterstützen. Deshalb drohe zum 1. Oktober die sofortige Betriebseinstellung auf allen Abellio-Linien.

Abellio gehört mit Keolis, einer Tochter der französischen Staatsbahn SNCF, und der Transdev-Tochter Nordwestbahn zu den Konkurrenten der Deutschen Bahn, die allesamt unter Druck stehen und Verluste machen. Die Unternehmen monieren Kostensteigerungen, die sie nach eigener Darstellung nicht verschuldet haben. Deutlich mehr Baustellen führten zu Verspätungen und Zugausfällen, für die Strafzahlungen fällig würden. Auch Schienenersatzverkehr komme sie teuer zu stehen. Zudem sei der Personalbedarf deutlich gestiegen. All das sei beim Abschluss der langfristigen Verträge nicht absehbar gewesen.


Konzernbetriebsrat von Abellio: Arbeitsplätze sichern

In einem Offenen Brief des Konzernbetriebsrates von Abellio hieß es vor einigen Wochen, man brauche jetzt eine Lösung, wie die Arbeitsplätze der Beschäftigten gesichert werden könnten. Der Betriebsrat schreibt weiter: "Wir, die rund 3.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Abellio in Deutschland, appellieren eindringlich, zeitnah eine Einigung zum wirtschaftlichen Weiterbetrieb der einzelnen Verkehrsnetze zu erzielen und somit den Beschäftigten der Abellio-Unternehmen in den Regionen eine Perspektive zu ermöglichen."

Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) dringt auf zeitnahe Lösung

Im Streit um die Weiterführung des Bahnbetriebes durch Abellio dringt Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) auf eine zeitnahe Lösung. Es drohe die sofortige Betriebseinstellung am 1. Oktober, sollte mit dem Unternehmen keine auskömmliche Lösung gefunden werden, heißt es in einem Papier des Ministers, das im Kabinett am Dienstag thematisiert werden sollte. Diese Betriebseinstellung gelte es «unter allen Umständen zu vermeiden». Zunächst hatte die «Mitteldeutsche Zeitung» berichtet.



Abellio betreibt in Sachsen-Anhalt rund die Hälfte der Regionalverkehrsstrecken. Wie der Betrieb im Falle eines Abellio-Ausstiegs aussehen könnte, ist noch unklar. Im Ernstfall kann das Land den Weiterbetrieb anordnen, müsste dafür aber deutlich mehr Geld zahlen.


Quelle: mdr.dezeit.de

Bild: Flickr Torsten Maue/ Lizenz CC BY-SA 2.0

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